Eat our Bubbles….

Dass beim Einzelsport Schwimmen die Mannschaft im Vordergrund steht, ist eher selten der Fall. Genauer gesagt: Nie – außer bei Staffeln und den deutschen Mannschaftsmeisterschaften im Schwimmen. Bei dieser besonderen Meisterschaft, die auf verschiedenen Ebenen ausgetragen wird, werden persönliche Bestzeiten zu gemeinsamen Erfolgen und das Leid, das von Patzern ausgelöst wird, wird gemeinsam getragen.

Kein Wunder also, dass sich die Schwimmerinnen des SV Halles besonders darum bemühten, trotz einer ansonsten kleinen Wettkampfgruppe, ein Team für den Start am 16. Februar in Rietberg zusammenzubekommen. Glücklicherweise fiel dies nicht weiter schwer, erklärten sich doch auch viele jüngere Schwimmer dazu bereit für ihren Verein zu starten.

Nachdem auch bei dem diesjährigen DMS-Spruch „Eat our bubbles and kiss our splash“ die Mannschaft eindeutig im Vordergrund stand, stand einer guten Teamleistung nichts mehr entgegen, sodass alle zwölf Schwimmerinnen motiviert in den Wettkampf starteten. Durch das gegenseitige Anfeuern wurde dafür gesorgt, dass diese Motivation während des Tages nicht schwand und ausführliche Gespräche am Beckenrand und in der Umkleidekabine sorgten für eine ausgelassene Stimmung.

Los ging es mit Bianca Ehlers und 100 m Lagen – trotz Trainingsrückstand schwamm die 17jährige nah an ihre Bestmarke heran und konnte die ersten wertvollen Punkte für ihr Team sammeln. Der Schreck folgte in Wettkampf 2 als Annina Feix über 200 m Freistil einen gewagten schnellen Start machte und von den Kampfrichtern aus dem Rennen genommen wurde – zum Glück gibt es bei der DMS das „Nachschwimmen“ so dass sie am Ende des Abschnitts diesen Start wiederholen durfte, Allerdings wird dafür ein anderer Start gestrichen, der dann von einer Teamkollegin übernommen wird. Allerdings weckte das ganze die Kampflust der Mitstreiterinnen und so folgte mit dem Start von Lena Schwier über 100 m Brust wieder eine gute Leistung. Noch mehr motivieren konnten sich Jona Meister und Palina Lampenscherf, die über 200 m Rücken bzw 50 m Brust mit neuen Bestmarken das Punktekonto ordentlich aufstocken konnten. Nervös ging Annina an ihr zweites Rennen an diesem Tag – ein kleiner Wackler, den allerdings nur der Starter gesehen hat, brachte ihr die zweite Disqualifikation und den Trainern eine schwierige Aufgabe – nun musste das Team komplett umgestellt werden. Keine leichte Aufgabe, denn die Anzahl der Starts jedes einzelnen ist festgelegt und darf nicht überschritten werden. Aber es gelang – auch der Wille des Teams nicht unter dem gesetzten Soll zu bleiben stieg. So steigerte sich Bianca Ehlers über 800 m Freistil über 20 Sekunden. Johanna Bartling lag nur 100terstel unter ihren alten Bestmarken und steigerte sich über 1500 m Freistil. Vor allem die Youngster des Teams Finja Farthmann, Stina Lempelius und Tamina Kreft sorgten für viele Punkte durch tolle Steigerungen. Und im Nachschwimmen zeigte Annina das sie eine Kämpferin ist und sorgte mit zwei direkt hintereinanderliegenden Starts für gute Zeiten. Nach der Pause ging es fehlerfrei für das Haller Team weiter. Hochmotiviert sorgte Alina Ehlers im ersten Lauf des 2. Abschnitts gleich für eine tolle Zeit über 100 m Lagen

Das gemeinsame Abendessen fiel der den Leistungen entsprechenden Müdigkeit ruhiger aus. Dennoch handelte es sich dabei, um einen sehr gelungenen Abschluss, bei dem deutlich wurde wie klein die Unterschiede zwischen älteren und jüngeren Schwimmerinnen an nur einem Tag werden können und wie stark ein Team bei den DMS zusammenwächst. – Denn das Teilen von Erfolgen scheint sogar Einzelsportlern Freude zu bereiten!